Fakten Check - Möbelbau

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MÖBELBAU

Sperrholz, Span- und Faserplatten im Möbelbau: Die veredelte Form des Werkstoffs Holz

Holz wird und wurde vom Handwerk als der vielseitigste aller Bau- und Werkstoffe allseits hoch geschätzt. Lediglich zwei Eigenschaften bereiteten in früheren Zeiten Kopfzerbrechen: Zum einen ließen sich größere, ungleichmäßige Flächen mit massiven Brettern und Leisten nur schwer gestalten. Zum anderen war da das natürliche Quellen und Schwinden je nach Feuchtigkeit. In den 1860er Jahren entwickelten Holztechniker als Antwort auf diese Herausforderungen den neuen Werkstoff Sperrholz.
Das Grundprinzip der Sperrholzherstellung wurde zum Ausgangspunkt einer reichen Entwicklung von Holz-werkstoffen, die auch den Bau von Möbeln bis heute revolutioniert.


Sperrholz: Platten für anspruchsvolle Anwendungen

Bei der Sperrholzherstellung werden mehrere Lagen von Holzfurnieren wechselseitig verleimt, sodass die Faserrichtungen aufeinanderfolgender Lagen rechtwinklig zueinander verlaufen. Dadurch sperren sich die Holzfurniere in ihrem Bewegungsverhalten gegenseitig ab und ein unerwünschtes Quellen und Schwinden des Holzes wird verhindert.
Es gibt drei Arten von Sperrholz: Furniersperrholz ist in der Regel flaches, aus mindestens drei Lagen verleimtes Sperrholz. Es wird vor allem für den Kastenmöbelbau genutzt. Schichtholz besteht ebenfalls aus mindestens drei Furnierlagen, jedoch mit parallel verlegtem Faserverlauf. Die bekannte Tischlerplatte besteht aus zwei Deckfurnieren mit einer Mittellage aus Nadelholzstäben oder senkrecht verleimtem Schälfurnierlagen. Tischlerplatten werden vor allem für stabile und dauerfeste Regalböden verwendet.

Je nach Anwendungsbereich werden Sperrhölzer mit dekorativem Deckfurnieren, Folien und Laminaten, Lacken sowie Harzfilmen beschichtet. Als Rohmaterialien dienen vor allem Nadelhölzer (Kiefer, Fichte), aber auch Laubbäume. Hiesige Hersteller setzen vor allem auf Buchenholz. Im Möbelbau wird Sperrholz sowohl konstruktiv als auch zur Oberflächengestaltung eingesetzt. Sperrhölzer sind in diesem Bereich besonders geschätzt, weil sie ein besonders günstiges Verhältnis von Gewicht zu Festigkeit aufweisen. Gerade im Möbelbau wird zunehmend auf Laubsperrhölzer gesetzt (Pappel, Buche, Birke).

Faser-Platten (MDF, HDF): „dichte“ Lösungen für die Möbelkonstruktion

Um 1900 entstand die Produktgruppe der Faserplatten als Weiterentwicklung der Sperrholzplatten.
Bis 1960 aber gab es lediglich zwei Typen: die Hartfaser- und die Weichfaserplatten. Erst danach setzte sich das neue Trockenverfahren bei der Faserplattenherstellung durch. Dabei werden die Fasern zu-nächst getrocknet und unter Klebstoffzugabe zu einem Vlies gestreut, welches heiß zu einem weitge-hend homogenen Plattenwerkstoff verpresst wird. Nach diesem Verfahren werden heute alle mittel-dichten Faserplatten (MDF) hergestellt. Sie weisen beidseitig glatte Oberflächen und geschlossene Kanten auf.
Sie haben eine höhere Festigkeit als Hartfaserplatten und können über einen großen Dickenbereich hergestellt werden. Eine noch stärker verdichtete Variante der MDF ist die HDF.


Spanplatten und OSB-Platten: Allrounder für Industrie und Heim

Holzspanplatten werden aus Holzspänen gepresst und kamen in den 1940er Jahren erstmals auf den Markt. Sie sind heute der global bedeutendste Holzwerkstoff. Vorzugsweise werden bei der Herstellung Späne aus Sägenebenprodukten, Industrieholz und Altholz eingesetzt. Bei der Herstellung von Spanplatten werden die beleimten Späne ein- oder mehrschichtig auf ein Band oder Sieb gestreut und dann unter Einwirkung von Druck und Temperatur verpresst. Dabei werden zwei Plattentypen unterschieden: die Flachpress- und die Strangpressplatte. Die Flachpressplatte ist gekennzeichnet durch ein ausgeprägtes Dichteprofil, hohe Biegefestigkeit und ein gutes Stehvermögen. Die Strangpressplatte hat bei hoher Querzugfestigkeit ein gleichmäßiges Dichteprofil, jedoch eine deutlich niedrigere Biegefestigkeit und ein geringes Stehvermögen. Eine Spezialform der Flachpressplatte ist die OSB (Oriented Strand Board). Sie besteht aus langen, dünnen Spänen (Strands), die schichtweise übereinander überlappend (Oriented) gestreut sind. Aufgrund ihrer hohen Festigkeit findet OSB vor allem im Holzbau und Verpackungswesen Anwendung.


FAKTEN CHECK

Begriff:
Sperrholz sowie Span- und Faserplatten sind heute die klassischen Trägerwerkstoffe für hochwerti-ge Möbel. Sie werden vor allem im Korpusbereich eingesetzt.
Eingesetzte Rohstoffe:
Holz (ca. 90 Vol. %, je nach Produkt etwas weniger oder mehr), dominant Fichte und Kiefer, dane-ben Laubhölzer, insbesondere Buche. Rund 10 Vol. % Bindemittel sowie diverse Zusatzstoffe.
Eigenschaften:
Stabil, widerstandsfähig, problemlos zu verarbeiten und bieten vielfältige Möglichkeiten zur Oberflä-chenveredelung.
Produktbeispiele Möbel:
Sperrholz: Bettfederleisten, Bett-Lattenroste, Tonmöbel (Musikmöbel), Armlehnen und Halbrund-schalen von Sitzmöbeln, Formholzmöbel aller Art, Fahrzeugbau Tischlerplatten: Regale, Möbelrückwände, Arbeitsplatten in Küchen Spanplatten: Möbelbau, Arbeitsplatte, Innenausbau, Türen, Verpackungswesen, Do-It-Yourself, Sonderanwendungen Faserplatten: Fronten und Profilleisten von Möbeln, Dämmstoffe, Fußböden

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